Apostroph persönlich: Karin Heinzer-Achermann

Seit einem Jahrzehnt ist Karin Heinzer-Achermann Group Head of Operations bei Apostroph. Grund genug, ihr im Interview ein paar Erinnerungen, Visionen und Gedanken zu entlocken.

Wie hat sich Apostroph seit Ihrem Start beim Unternehmen vor zehn Jahren verändert?
Apostroph ist von der eigentümergeführten Sprachdienstleistungs-Boutique zur Premiumanbieterin und Technologiepartnerin mit Standorten in der ganzen Schweiz herangewachsen. Uns war es immer wichtig, den Übergang vom eigentlichen «Familienbetrieb» zu einem technologisch an vorderster Front stehenden KMU zu schaffen. Weiter wollten wir ganz nah bei unseren Kundinnen und Kunden sein. Mit den vier Standorten in der ganzen Schweiz sind wir auch diesem Ziel gerecht geworden.

Was ist Ihnen aus Ihrer Tätigkeit besonders in Erinnerung geblieben?
Nun, da gibt es ganz viele Erinnerungen: Zum einen haben wir vor rund zehn Jahren alle unsere internen Abläufe überprüft und unsere eigene massgeschneiderte ERP-Software stets weiterentwickelt. Zum anderen haben wir für unsere Kunden und externen Partner eigene verschlüsselte Portale namens myAPOSTROPH und myFREELANCE eingeführt. Und das sieben Jahre, bevor ganz Europa von der DSGVO gesprochen hat! Weiter ist Apostroph mit der Freischaltung von maschineller Übersetzung bei verschiedenen öffentlichen Anbietern sofort in die Offensive gegangen und hat die seit Monaten entwickelten neuen Dienstleistungsmodelle für Post-Editing proaktiv kommuniziert. Ein stetiger Kreislauf der modernen Zeit: Entwicklung – Digitalisierung – Automatisierung.

Welches sind Ihre Hauptaufgaben im Tagesgeschäft?
Als Group Head of Operations und Mitglied der Geschäftsleitung bin ich einerseits für das Tagesgeschäft aller Schweizer Standorte verantwortlich, anderseits rapportieren auch alle Verkäufer direkt an mich. Weiter bin ich Quality-Manager und habe die tolle Aufgabe, Qualitätsmanagement und Ausbildung der Mitarbeitenden gruppenweit zu planen und durchzuführen. Ich bin zudem Hauptverantwortliche für die jährlichen Audits und prüfe gerade, ob wir uns für die ISO 27001 (Datensicherheit und Datenschutz) anmelden wollen. Das Voraudit dazu haben wir bereits erfolgreich absolviert. IT-Projekte und -Workshops laufen bei mir als Gesamtverantwortlicher zusammen. Ich trage Strategien und Ideen von meinem Geschäftsleitungskollegen Philipp Meier mit denen aus allen Teams zusammen und priorisiere die verschiedenen Themen und Schritte.

Welche grösseren Prozesse und Projekte haben Sie im Group-Management angestossen, begleitet und umgesetzt?
Unter meiner Ägide wurden die Plattformen myAPOSTROPH und myFREELANCE entwickelt und eingeführt; zudem oblag mir die operative Integration aller Tochterunternehmen unter das Apostroph Dach. Als Quality-Manager war ich auch für die Einführung von ISO 17100 sowie das Upgrade von ISO 9001:2007 auf ISO 9001:2015 zuständig. Ausserdem gehen die neuen Websites für die Schweiz und die DACH-Organisation auf mein Konto.

Welche Ihrer Aufgaben zaubert Ihnen am Morgen ein vorfreudiges Lächeln auf den Tag ins Gesicht?
Ich agiere gerne als Allrounderin und liebe abwechslungsreiche und herausfordernde Tage. Wie viele Termine und Aufgaben auch immer anstehen: Hauptsache, ich darf mich vielen verschiedenen Themen widmen. Diese heterogene Aufgabenstellung liegt mir sehr: Ich mache gerne Kundenbesuche, verhandle mit Lieferanten und vertiefe mich ins nächste IT-Konzept. Abwechslung ist für mich das Leben überhaupt!

Vor welchen Herausforderungen steht Apostroph in Zukunft?
Apostroph wird sich wie alle KMU der Schweiz der weiteren Digitalisierung stellen. Punkto Rekrutierung neuer Mitarbeitender müssen wir uns schon heute als technisch affines Unternehmen stetig in Richtung «vernetzte Dienstleistungen» bewegen und Personen ansprechen, die an der Nutzung und Anwendung von Software Freude haben. Dieses Thema wird alle Generationen in Schweizer Betrieben vermehrt beschäftigen – von der Rekrutierung bis zur Pensionierung. Ich denke, das Thema Change-Management dürfte seinerseits auch eine Überholung erfahren und die digitalen Aspekte von Arbeitsplätzen und Knowledge dazu mehr beleuchten.

Was ist das Komma und der Punkt in Ihrem Leben abseits von Apostroph?
Privat sind mir mein Mann und meine Eltern und Geschwister und deren Familien sehr wichtig. Ich treffe mich wahrscheinlich überdurchschnittlich oft und gerne mit meinen Schwestern. Wir reisen auch gerne zusammen und unternehmen als Gruppe ein bis zwei kleine Städtereisen pro Jahr – New York, Kopenhagen, Rom, Hamburg waren schon Destinationen. Weiter lese ich extrem gerne nordische und amerikanische Krimis und fröne gerne dem guten Rotwein, am liebsten französischem oder italienischem. Und wenn ich koche, dann richtig herzhaft und mit einem guten Stück Fleisch.

Was möchten Sie der Welt einfach mal gern gesagt haben?
Weniger ist oft mehr. Glück fängt bei Zufriedenheit an. Ich schätze mich persönlich sehr glücklich, dass ich zufrieden im Leben und in dieser Zeit sein darf. Ich geniesse auch die freie Zeit mit Familie und Freunden und wünschte mir, dass die Gesellschaft wieder genügsamer würde.