19.06.2020

Michelle geht in Nairobi ihren Weg weiter

Vielleicht haben Sie unsere Berichte über Michelle in den letzten Jahren verfolgt. Dann wissen Sie, dass wir mit grosser Freude die Schulausbildung der jungen Kenianerin finanzieren, unter der Federführung von Aiducation International Schweiz.

Michelle wuchs in einer Familie in der Region Mombasa mit vier jüngeren Brüdern auf. Schon früh fiel Michelles Wissbegier und Lernfreude auf. Als sie die Primarschule abschloss, hatte sie es unter die 2 % der leistungsstärksten Schülerinnen und Schüler ihres Jahrgangs geschafft. Das Schulgeld für eine weiterführende Ausbildung hätten ihre Eltern aber nicht aufbringen können. 

Doch mithilfe des Stipendiums konnte Michelle ihren Weg weitergehen. Inzwischen besucht sie die dritte Sekundarschulklasse. Das Highlight im letzten Jahr: die Teilnahme an der «Realizing Your Potential Academy» in Nairobi – für Michelle eine Woche der Inspirationen. Schülerinnen und Schüler trafen sich mit Pädagogen zum Austausch von Wissen und Erfahrungen, diskutierten über ihren Beitrag zu einem besseren Kenia und entwickelten Projektideen. Es zeigte sich: Michelle, die 17-jährige Jugendliche vom Land, ist reifer geworden. Wie bei allen jungen Menschen ihres Alters hat sich ihr Bild von der Welt gewandelt. Ihren Berufswunsch Journalistin hat sie verworfen, denn etwas anderes ist ihr heute viel wichtiger: die Gesundheit ihrer Landsleute. Sie möchte Ärztin werden. Der schmerzliche Verlust ihrer Tante hat wohl dazu beigetragen. «Sie ist viel zu früh und ohne ärztliche Betreuung an einer Krankheit gestorben», sagt Michelle. An ihren Schulnoten wird ihr Traum voraussichtlich nicht scheitern. Michelle ist auf Kurs. In Englisch und Mathematik zeigt ihr letztes Zeugnis ein «very good», in Geschichte sogar «excellent». Wir gratulieren!

Auch Kenia wird von der Corona-Pandemie nicht verschont. Das Land befindet sich weiterhin im Lockdown. Die Schulen sind seit Mitte März geschlossen. Schülerinnen und Schüler sind zu Hause oder im Schulheim. An Homeschooling oder Online-Unterricht ist mangels digitaler Geräte und Elternbildung nicht zu denken. Glücklich schätzt sich, wer ältere Geschwister hat – und damit Unterstützung, um am Schulstoff zu arbeiten. Auf Michelle trifft das leider nicht zu. Wir halten ihr die Daumen, dass sie dennoch ihre Lernziele erreicht, und schicken unsere besten Wünsche nach Nairobi!

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