Apostroph persönlich: Romy Brand

Die Welt im Corona-Ausnahmezustand. Am 18. März verlässt Romy Brand ihr Büro in der Luzerner Altstadt. Ab sofort arbeitet die Key Account Managerin im Homeoffice. Sie ist nicht der Typ, der jetzt in Schockstarre fällt. Andere Rahmenbedingungen erfordern halt andere Wege. So bleibt sie mit ihren Kunden telefonisch in Video- oder Telefonkonferenzen in Verbindung. Die digitale Kommunikation funktioniert, keine Frage. Aber das sei eine Überbrückungslösung, sagt sie. «Das persönliche Gespräch bleibt für mich sehr wichtig, um herauszuspüren, wie ich meine Kunden am besten unterstützen kann, damit sie ihre Ziele erreichen.»

Die Frage, wie ein typischer Arbeitstag bei ihr aussehe, amüsiert Romy Brand. «Typischer Arbeitstag? Was ist das?» Ihre Tage sind so vielfältig wie die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Kundinnen und Kunden. Diese Vielfalt ist es, was sie mag – auf allen Ebenen des Lebens. Das zeigt auch ihr Lebenslauf. Nach kaufmännischer Ausbildung mit Berufsmatur im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) arbeitete sie ein Jahr auf der Schweizer Botschaft in Pristina, Kosovo. Ihr wirtschaftswissenschaftliches Studium an der Berner Fachhochschule und der Linnaeus University in Schweden schloss sie 2019 mit gleich zwei Bachelor-Degrees ab. Ihre Spezialisierung auf International Sales and Marketing war auf Business-to-Business ausgerichtet. «Ich schätze es, dass ich dieses Fachwissen in meiner Arbeit bei Apostroph anwenden kann.»

Und ihre Affinität zu Sprachen? Schon als Kind spitzte sie fasziniert die Ohren, wenn sie Menschen in fremden Sprachen reden hörte. Aufgewachsen in der Seeländer Gemeinde Aarberg, waren der «Röschtigraben» und die französische Sprache nicht weit. Heute spricht sie Deutsch, Englisch, Französisch und Schwedisch und kann sich auf Spanisch und Albanisch verständigen. Von ihren Auslandsaufenthalten und Reisen weiss sie: «Wer in eine fremde Sprache eintaucht, erfährt viel über Kultur und Identität. Die Unterschiede sind das Spannende. Sie machen klar, dass wir viel voneinander lernen können.»

Romy Brand ist leidenschaftliche Tänzerin. Sie ist Teil einer Show-Gruppe für orientalischen Tanz, liebt Salsa, Bachata und Kizomba und tanzt Latein und Standard. Und sie tanzt durch die Kulturen – beim Reisen, beim Sprachenlernen, in ihrem Freundeskreis oder in ihrer Rolle als Advisor in der togolesischen Hilfsorganisation «Association Humanitaire Sans Frontière».

Wenn jemand so unternehmungsfreudig und gerne unter Menschen ist wie Romy Brand, dann sind Homeoffice und das Zuhausebleiben auf Dauer kein Zuckerschlecken. Nein, Langeweile komme nicht auf, aber: «Ich bin froh, wenn ich mein Leben wieder ohne Einschränkungen frei gestalten kann.» Bis es so weit ist, arbeitet sie an Tanzchoreografien und verbessert ihr Spanisch. Schon heute freut sie sich auf den Tag, an dem sie wieder an ihren Arbeitsplatz an der Töpferstrasse im Büro Luzern zurückkehren kann